Home
Bootsinfo
Bauinfo
Klasse
Törns
Technikteufel
Download
Dr. Segger Boote
eMail
Unser zehnter Törn

Gedanken zum Jubiläumstörn des Ehepaars Büsser

{Leuchtturm}

Wir waren schon wieder zuhause vom Berlin-Törn, als ich zufällig beim Abzählen unserer Törns bemerkte: In Berlin waren wir am zehnten Törn hintereinander dabei!

Siebenmal auf Reisen, zehnmal auf dem Wasser unterwegs, siebenmal Rückfahrt nach Hause: Irgendwann reicht es, sollte man meinen. Dem ist nicht so!

Angefangen hat das am ersten Törn in Dingelsdorf am Bodensee 1991, als wir noch mit unserem alten Spanker, einer holländischen Ausgabe des Zugvogels, teilnahmen: Damals bedeutete das "nur" eine 22 km lange Seereise.

1992 dann unser erster großer Törn in Mecklenburg: Gleich zweimal 900 km Trailerfahrt und insgesamt etwa 80 km zu Wasser auf den vier großen Seen unterwegs. Das war natürlich nicht zuletzt wegen der ersten Teilnahme ein Höhepunkt zum Beginn unserer "Törnkarriere".

Weiter 1993 Flevoland, das "verunglückte" Jahr, weil wir im Hafen von Bremerbergse-Hoek wegen Starkwinden aus der falschen Richtung und Regengüssen buchstäblich festsaßen. Da fehlte uns noch ein wenig der Weitblick, um sofort auf die veränderte Situation reagieren zu können. Die anschließende Woche in Friesland entschädigte uns dafür reichlich.

1994 war das Jahr des Flautentörns. Bodensee Ost war gekennzeichnet durch wenig Wind und große Hitze. Darunter litten in erster Linie die Kids, die dabei waren. Trotzdem war auch da die Freude über das gemeinsame Erlebnis entscheidend.

1995 ging´s dann auf die Schlei. Unvergeßlich wohl die Fahrt über die Ostsee hoch nach Sonderborg, bei dem die Fahrt über die Außenförde an der Grenze des Zumutbaren lag.

1996 war wieder Holland an der Reihe, diesmal Friesland. Auch da unvergessen die Flauten-Regatta auf dem Ijsselmeer und die stürmischen Winde auf Fluessen, bei der nur gerade drei Boote noch den Zielhafen schafften.

1997 waren wir wieder bei uns am Untersee-Bodensee. Mönniglich rühmte die herrliche Landschaft dieses fjordartigen Teils, die Winde waren aber auch in diesem Jahr nicht immer "segelwürdig". Unvergessen bleibt auch die "Regattawut" unseres Jüs, das dann zum Dekret führte: Nur noch maximal zwei Regatten pro Törn!

1998: Nun war Rügen an der Reihe: ein wundervolles Segelgebiet! Es wurde allerdings wegen der verschiedenen Wasserungsorte, der verschiedenen An- und Abreisezeiten und einigen Abstimmungsproblemen eine etwas zerrissene Angelegenheit, die zu Meinungsverschiedenheiten und zur Erkenntnis führte, Törns mit verschiedenen Anfahrten nicht mehr zu akzeptieren. Höhepunkt hier: der Ritt auf der Ostsee der Hiddensee-Küste entlang.

1999 in der Flensburger Förde machte uns das Wetter wieder einmal einen Strich durch die Rechnung. Auch hatte sich die Horn-Crew in der Vorwoche wohl etwas übernommen, sie war nicht mehr so unternehmungslustig und spritzig wie andere Jahre. Eine gänzlich ungewohnte Situation. Um so schöner war dann unsere Zusatzwoche, die uns Wiedersehen mit Sonderborg feiern lies.

Und schließlich das Zehnte in Berlin 2000! Soviel Wasser hätten wir den Berlinern gar nicht zugetraut. 15 wunderschöne, abwechslungsreiche Tage in einer wunderschönen Landschaft mit netten und hilfsbereiten Menschen: Herz, was willst Du noch mehr?

Wir sind schon des öfteren gefragt worden, wie wir das aushalten, fast jedes Jahr solche Distanzen zu fahren, nur um Bekannte wiederzusehen und miteinander auf abwechselnden Revieren zu segeln.

Da gibt es aus meiner Sicht nur eine Antwort: Es gefällt uns halt über alle Maßen! Wenn Du nach langer Fahrt abgespannt an Ort eintriffst, erlebst Du den ersten Aufsteller: Alle, die meistens kommen, sind wieder da und die Freude, die vertrauten Gesichter wieder zu sehen, ist riesengroß.

Und ohne mitzumachen hätte ich niemals diese wunderschönen Gegenden und ihre Leute kennengelernt. Als Beispiel: Im Verlauf der zweiten Berlin-Woche hatten wir viele herzliche Begegnungen mit Klubmitgliedern des Caputher Traumhafens.

Das bedingt natürlich eine gewisse Aufgeschlossenheit, Toleranz und einen minimalen Gemeinschaftssinn. Um so schöner empfinde ich jeweils die Tatsache, daß so viele Individualisten, die wir Diabolosegler nun mal sind, miteinander auskommen können.

Sich zu treffen in den Revieren, sich miteinander und mit der dortigen Bevölkerung auseinandersetzen, deren Traditionen und Mentalitäten kennenzulernen, etwas über deren Geschichte und Kultur zu erfahren - das alles ist für uns einfach das Größte an diesen Törns und jedesmal ein Höhepunkt in unserem Jahresablauf. Und ich denke, vielen anderen regelmäßigen Teilnehmern geht es ebenso.

Ich habe hier anläßlich unseres zehnten Törn-Jubiläums versucht, etwas von dem Zauber dieser einen Woche im Jahr eines Diabolo-Törnteilnehmers zu vermitteln. Das ist nicht einfach. Denn ich denke, nur durch persönliches Dabeisein ist es möglich, diese besondere Art von Ferien wirklich zu er - leben.

Herzlich, Euere Büssers

Zurück zur Startseite | Zurück zu Törns