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Vier Häfen
in zwei Tagen! - Achterwasser satt Nachdem wir letzes Jahr kühle und regnerische Verhältnisse hatten, erwarten uns schöne und warme bis heisse Tage zu unserem diesjährigen Törn im Achterwasser. Auch der Wind ist uns wohlgesinnt, er bläst mit Windstärken von 2 bis 4 Bft. und lässt uns nur am Mittwoch bei Stärken bis 6 Bft. einwehen. Nachdem wir schon am Dienstag in Ziemitz eintreffen und den Hafen gleich als startwürdig befinden, erwarten wir sehnlichst die anderen Teilnehmer. Einige müssen absagen. Der Eine, weil er sein Boot bei Niederwasser nicht mehr über den Slip hochbringt, der Andere macht noch kurz zuvor Unfall. Aber schlussendlich sind wir vier Boote am regulären Törn und ein Boot mit zwei "Versehrten" die regelmässig in Ihr Ferienhaus zurückkehren, um Ihre lädierten Rücken in einem normalen Bett zu schonen. Lassen wir doch den interessanten Törn von verschiedenen Akteuren nochmals Revue passieren. ![]() Freitag, 28. Juli: Wir bleiben im Hafen. Heute Mittag ist die Ankunft von Klaus Büttner fällig. Nach dem Auftakeln und Einwassern wird gekocht, gegessen und geklatscht bis zum Einsacken. Samstag, 29. Juli: Heute stünden eigentlich drei Einwasserungen auf dem Programm. Aber Klaus Schwinn hat sich entschlossen, im Neeberger Hafen einzuwassern. So bleiben noch Wilfried mit Heike und Eberhard Dammann. Die Ersteren erscheinen um die Mittagszeit und wassern sogleich. Eberhard ist etwas aufgehalten worden, erscheint deshalb etwa um Vier. Wir helfen ihm, und kurz vor sechs Uhr ist auch er an der Schwimmmole vertäut. Unser Angebot, uns zum Essen ins Fischstübchen zu begleiten, lehnt er dankend ab. Er ist für jetzt und sofort segeln. Der Fischschmaus ist excellent, bringt mir allerdings auf die Nacht Magenprobleme. Und die Plauderstunde in Schwinn´s Garten gleich neben dem Fischstübchen, ist vor allem von der Mückenplage gekennzeichnet! Sonntag,
30. Juli: Vor der Jahressitzung der Diabolo-Klassenvereinigung im
Fischstübchen, die vor allem wegen der dringenden Anwesenheit von Jüs
und Gert früh um 14 Uhr angesetzt werden musste, wollen wir doch
noch ein wenig segeln. Es geht wieder ein Stück die Krumminer Wiek
hinauf und zurück. Eberhard, der vor allem wegen des Segelns
gekommen ist, findet die Sitzung bei bestem Wetter blödsinnig.Nichts desto trotz sind wir um 14.00 Uhr dort und essen nochmals den fein zubereiteten Fisch. Die Jahressitzung bringt dann endlich den lange ersehnten neuen Vorstand: Jüs als Vorsitzender, Wilfried als Kassenwart und Friedrich als sogenannter "Segelwart" lösen Gert und mich endgültig ab. Nun sind wir wieder frei und normale Diabolo-Mitglieder! Montag, 31.Juli: Segeln "auf schwäbisch": Am diesjährigen DIABOLO-Treffen wollte ich mich ursprünglich mit Reinhold zusammen beteiligen. Leider kam kurzfristig eine Absage. Da die Alt-Teufel gelegentlich miteinander kommunizieren, war mir bekannt, daß Ernst Pfäffle das teuflische Verlangen verspürte, zum Jahrestörn mit seinem Sohn und Boot ans Achterwasser zu kommen. Leider platzte dieser Plan ebenso kurzfristig. Ein Anruf genügte jedoch, um eine schwäbisch-pfälzische Crew für die mecklenburg-vorpommerschen Gewässer zu generieren. So kommt es, daß zwei "Kreuz-Geschädigte" auf einem Boot das Achterwasser besegeln. Wir einigen uns schnell, dass ein ordentliches Bett an Land der Koje vorzuziehen sei, was wie sich herausstellt zur Folge hat, dass Ernst und ich jeweils den doppelten Weg absegeln müssen um mit den restlichen Diabolisten zusammen zu sein. Da Petrus am Achterwasser stets sein Bestes gibt und recht beständig pustet, ist dies auch nie ein Problem. Abends frischt der Wind meist kräftig auf, sodass der Weg zu unserem Quartier am Krumminer Wiek schnell zurückgelegt ist und wir mit einer steifen Brise aus Nord-West "auf der Backe liegend" über das Wiek fegen. Ein
besonders schöner Segeltag ist der Schlag nach Lassan. Wir segeln
nach einem ausgiebigen Frühstück von Neeberg nach Ziemitz, um
uns mit der Meute auf den Weg nach Lassan zu machen. Eigentlich sind wir
zu spät dran, doch Petrus sei Dank, ein strammer West sorgt für
einen flotten Ritt auf der hohen Kante, sodass wir pünktlich in
Ziemitz anlegen können.Zusammen verlassen wir den Hafen in Richtung Lassan. Petrus hat sich offenbar ausgetobt. Bei wechselnden, eher seichten Winden, bemühen sich die Crews, den optimalen Kurs zu finden. Wir verlieren uns aus den Augen. "Wo liegt denn der Hafen von Lassan?" fragt Ernst. Die grobe Richtung ist bekannt. Wir versuchen uns an Hügeln und Kirchtürmen zu orientieren. Inzwischen hat der Wind wieder aufgefrischt, keine Diabolo ist mehr zu sehen. Die nächste Erhebung erscheint im Blickfeld, doch wo ist der Kirchturm von Lassan? "Noch ein Schlag nach Steuerbord" sage ich, "dann müssen wir ihn sehen". Gesagt, getan, doch oh Wunder, die Brücke von Usedom Ort taucht an Steuerbord auf. Der Kirchturm an Backbord kann ebenso nur der Turm von Usedom sein. Der lakonische Kommentar von Ernst: "wenn'd se jetzt aafanget polnisch zu schprecha, dann send mer zu weit!" So ist es dann auch. Nach einer Wende geht's mit halbem Wind zurück. Bald erscheint ein Diabolo-Segel in der Ferne. Das sind Wilfried und Heike mit ihrer Samoa II. Offenbar haben sie uns vermisst. Da die Zeit fortgeschritten ist, segeln wir nun wieder, inzwischen hart am Wind, scheibenputzender Weise nach Neeberg zurück. ![]() Alles scheint in bester Ordnung und es ist nun an der Zeit die verlockend beschriebene Atmosphäre des kleinen Städtchens Lassan auf sich wirken zu lassen, nebenbei die Hafenanlage zu erkunden und ein paar Besorgungen zu tätigen. Um es kurz zu machen: Nach dem Rundgang steht für mich fest: Die Atmosphäre der Jahrhundertwende ist nicht die, in der ich mich wohl fühle, zu sehr bin ich von mancherlei neuzeitlichen Errungenschaften insbesondere bei Sanitäranlagen verwöhnt. Vorsichtig zögerlich kommt nach und nach von allen Besatzungen eine ähnliche Einschätzung. Auf Vorschlag von Klaus, der mit seiner Heika dieses Revier schon vor einiger Zeit besegelt hat, beschliessen wir, uns nach Rankwitz zu verlegen. Der Wind hat etwas nachgelassen und steht günstig. Für das Reff ist er jedoch allemal stark genug. Mit Raumschot-Rauschefahrt bin ich mit der TALAMONE so schnell in Rankwitz, dass mir ausser dem Setzen der Fock und Beidrehen nichts anderes übrig bleibt als alleine anzulegen, was bei diesem Wind jetzt von der Seite gar nicht so einfach ist. So steuere ich zwei Liegeplätze zwischen Schwimmstegen an, belege eine lange Achterleine am luvseitigen Ausleger und verlasse das das Boot über den mittlerweile an den leeseitigen Steg verblasenen Bug. Mit der Vorleine in der Hand kann die Talamone dann ordentlich festgemacht werden, gerade rechtzeitig, um den Freunden, die das merkwürdige Manöver nicht gesehen haben, eine helfende Hand zu bieten. Der erste Rundumblick bietet ein paar idyllische Ferienhäuser mit Booten davor, drei Restaurants und lässt die in Lassan von uns vermisste Infrastruktur vermuten. Einzig Klaus, der neben einer Rollbrücke festgemacht hat, die die Schwimmstege mit dem festen Steg verbindet und im Wellentakt knarrt, will diesem Geräusch mit einem Kännchen Öl zu Leibe rücken. Zur Abendessenszeit sind alle eingerichtet und gemeinsam betreten wir das uns nächst gelegene Zeltrestaurant. Rankwitz ist ein beliebtes Ausflugsziel, die Tischkapazitäten in diesem und den angrenzenden Restaurants künden davon.. Zudem hat dieses Fleckchen eine Fischräucherei zu bieten, die sehr bekannt sein soll und in deren Gebäude das Büro des Hafenmeisters sowie die Sanitäreinrichtungen zu finden sind. Ein
gutes Abendessen, ein kleiner Rundgang und als letzte Gäste noch
ein Schlummertrunk, dann fühlen wir uns reif für unsere Kojen.
Jetzt zeigt sich der einzige Nachteil dieses in wunderschöner Natur
gelegenen Hafens: Die von einer Steglaterne erhellte an sich weiße
Bordwand der Talamone ist schwarz vor lauter Mücken und ähnlichem
Getier. Das lässt nichts Gutes für die Nacht erwarten.Obwohl ich bislang meinte, nur bei geöffneten Luken schlafen zu können, setze ich alle Steckschotten ein und verschließe das Luk wie in Erwartung eines heftigen Regengusses. Mit gemischten Gefühlen höre ich das Sirren der Mücken sogar durch die Bordwand. Ein Geräusch, das alleine schon für Juckreiz sorgt. Dienstag, 1. August: Der nächste Morgen weckt uns mit Sonnenschein. Früh und noch unverstochen entsteige ich meiner dicht verschlossenen Kajüte. Klaus kommt mir auf dem Weg zur Dusche bereits entgegen, seine Abwehrmaßnahme war der über die Nasenspitze gezogene Schlafsack. Nach unseren Bordfrühstücken bestimmen wir bei Sonnenschein und leichtem Wind Stagniess im eigentlichen Achterwasser als das Ziel für den heutigen Tag. Gegen 10 Uhr haben sich alle Besatzungen sortiert und einer nach dem anderen verlassen wir Rankwitz. Die Leichtwind-Bedingungen, beinahe wie zuhause, sind nach den gestrigen Anstrengungen anfangs durchaus willkommen. Da doch einige Flachs auf unserem Kurs liegen, navigiere ich exakt von Tonne zu Tonne. So liegt bereits um 11:30 Uhr die Untiefentonne Trockenort querab, wenn es so weiter geht, wären wir bereits gegen 13 Uhr am Tagesziel. So kommt mir ein Abstecher nach Lüttenort bei Kosserow in den Sinn. Ein intensiver Blick auf Karte, Kurs und Timing (Ankunft in Stagniess dann gegen 16 Uhr) ergibt die Machbarkeit, der neue Kurs liegt an. Nach einer Viertelstunde jedoch schläft der Wind ein, was eine Fortsetzung dieser Variante nicht sinnvoll erscheinen lässt. Mittlerweile haben auch die anderen Boote aufgeschlossen und gemeinsam kreuzen wir auf in Richtung Stagniess. Dabei nähern wir uns einer Wolkenstrasse, die wie gemalt am Himmel steht und für stetig zunehmenden Wind sorgt. So überhole ich letztlich mit viel zuviel Tuch noch die Skalar. Die Einfahrt von Stagniess kommt in Sicht, auch alle im Hafenführer vermerkten Markierungen können identifiziert werden. In den Wind drehen, Segel bergen und festlaschen und Motor starten, alles klappt auch einhand perfekt. Bei der angegebenen Wassertiefe von 2,2 Meter lasse ich das Schwert abgesenkt und steuere nach Plan die Einfahrt an. Dann ein Mordsschlag, das Boot dreht etwas und vom Unterwasserschiff ist ein beängstigendes Rumpeln zu hören. Offensichtlich gibt es irgendeinen Pfahl, der außerhalb der markierten Reihe steht. Hoffentlich ist unten noch alles in Ordnung. Eine kurze Prüfung ergibt, dass alles dicht ist, das Boot normal reagiert und sich das Schwert ohne Auffälligkeit bewegen lässt. Vorsichtshalber hole ich es gleich ganz ein. Klaus opfert an gleicher Stelle den Scherbolzen seines Außenborders. Heika
liegt schon festgemacht in einer Box, Wilfried schnappt mir den Platz
daneben vor der Nase weg, so dass ich zusammen mit der Filine an der
Spundwand des Hafenbeckens festmache. Nach dem Erklimmen dieser
Spundwand öffnet sich dem Auge eine Umgebung, die von der für
die Ästhetik zuständigen Gehirnhälfte sofort als unhübsch
kategorisiert wird. Einfach zu viele Camper in zu staubiger Umgebung.
Eine kurze Umfrage ergibt ein geteiltes Stimmungsbild, denn die Sanitäranlagen
sind zumindest der Campingplatzgröße entsprechend
dimensioniert und in einem guten Zustand. Zudem lockt offenbar auch
schon ein frisch gezapftes Bier.Kaum erwähnt Klaus den Stadthafen von Ückeritz als nächstgelegene Alternative für flachgehende Boote (laut Revierführer 60 cm Wassertiefe) beschließen die Besatzungen der Filine und der Talamone ihren ungemütlichen Liegeplatz an der Spundwand aufzugeben und Ückeritz zu erkunden. Zudem lässt der Wetterbericht für morgen Starkwind und Gewitter befürchten, so dass die Aussicht gegebenenfalls zwei Tage hier zu verbringen zumindest uns dreien nur wenig verlockend erscheint. Der Motor springt beinahe von selbst an, die Leinen sind schnell gelöst und nach der Passage des Ausflugsschiffes, das offenbar einen medizinischen Notfall an Bord hat, denn der Rettungshubschrauber sucht bereits den Landeplatz, und vorsichtiger Ausfahrt aus dem Hafen mit viel Sicherheitsabstand, geht es bei kräftigen Wind mit aufgeholtem Schwert und Ruder nur mit der Genua das kurze Stück nach Ückeritz. Die Einfahrt ist von einer gekrümmten Steinmole gut geschützt und gibt nach der Einfahrt den Blick frei auf ein kleines Hafenbecken mit neuen schwimmenden Fingerstegen, die wie überdimensionale Legosteine aussehen. Es ist schon ein etwas eigentümlicher Schwimmsteg, zusammengesetzt aus lauter schwarzen Plastikboxen, die natürlich hervorragend schwimmen, ausreichend Möglichkeiten zum Festmachen an Klampen (Kunststoff) oder eingelassenen Ösen bieten, beim Begehen allerdings durch ihre extreme Nachgiebigkeit zu einem eher unelegant wirkendem Watschelgang zwingen. Zudem, zumindest von mir als sehr störend empfunden, führt dieses Material in Verbindung mit Gummisohlen zu ordentlichen Stromschlägen. Mache also erst einmal provisorisch am Stegkopf fest und suche an der belebtesten Stelle im Hafen, dem Cafe Knatter, den Hafenmeister und arrangiere die für unsere Flottille benötigten Liegeplätze. Filine läuft ein, wir informieren die anderen über die Verhältnisse hier und richten uns ein. Beim Betreten des Steges spüre ich die oben beschriebenen Nachteile erneut und angesichts des aufziehenden Wetters beschließe ich Talamone an die (sonst eher ungeliebte) Spundwand im Hafenbecken zu verlegen. Gut abgefendert komme ich so in den Genuss des Längsseitsliegens. Samoa II und Heika laufen ein und machen in den uns zugewiesenen Boxen fest (teilweise recht eng). Es kommt noch zu einem kleinen Disput mit einem anderen Gastlieger (Motorboot), der den eigentlich uns zugewiesenen Liegeplatz für sich reklamiert. Die Klügeren geben nach und so verlegen Heike und Wilfried in eine genau gegenüber liegende Box, die ohnehin mehr Platz bietet und noch etwas geschützter ist. Es folgen Kaffee und Apfelstrudel in der schon schräg stehenden Sonne vor dem Cafe Knatter und später am Abend die gemeinschaftliche Installation unserer Kochkisten auf zwei Parkbänken am Hafenbecken sowie die Zubereitung unserer Wanderjollenseglerspeisen. Die Nacht ist relativ ruhig, zwar etwas windig und daher mückenfrei. Früh am Morgen dreht der Wind und steht bei mir von achtern auf das geöffnete Luk. Mit dem vorbereiteten Stoffdreieck verschließe ich die Öffnung am Heck und trotz des nunmehr auffrischenden Windes wird es noch eine ruhige und erholsame Restnacht. Mittwoch,
2. August: Starkwindtag! Die von einer Kaltfront ausgelösten
Nachtgewitter mit Starkwindböen setzen den Tagesakzent: Zwar bleibt
es den ganzen Tag trocken, aber der überaus starke Wind lässt
uns einen Hafentag einlegen.Nach dem Frühstück im Cafe Achterwasser, das vor allem mich nachtgeschädigten aufmöbelt, machen wir uns auf den zwei Kilometer langen Marsch an die Ostseeküste.Verfolgt von einer dunkelen Wolke, die uns dann allerdings nicht mehr erwischt! Der Strand des Ostseebades Ueckeritz ist sehr reizvoll. Wir gönnen uns ein Bad im 22-Grad warmen Ostsee-Salzwasser. Anschliessend geht¦s zurück ins Achterwasserliche Brackwasser und zu Kaffee und Kuchen. Unterdessen habe ich mein Boot ebenfalls an die Spundwand verlegt, um unbehelligt von lärmiger Musik und Starkwind eine geruhsame Nacht zu verbringen. Was denn auch vollends gelingt und mich wieder auf den Damm bringt. Donnerstag, 3. August: Nach der zweiten Nacht in Üeckeritz,"Klar Schiff" ,Gang zum Bäcker und frische Brötchen holen. Nach meiner Rückkehr sind auf fast allen Booten die Vorbereitungen für das Frühstück im Gange. Auf der HEIKA, die auch an unserem Steg liegt, sind jedoch von Klaus noch laute Schlafgeräusche zu hören. Er schläft wie ein Murmeltier. Sehr ungewöhnlich von unserem Segelfreund. Nach etwa fünfzehn Minuten wecke ich Klaus. Er steht wie trunken auf und schwankt über den Steg. Was ist los, Klaus? Er kann und will es uns nicht sagen, aber so wollen wir nicht auslaufen. Klaus frühstückt etwas mit uns und legt sich wieder in seine Koje. Eberhard und Hans-Peter mit Brigitte laufen zu einem Segelschlag aus. Heike und ich bleiben zur "Betreuung" im Hafen. Nach der Rückkehrder Anderen am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zum Ostseebad Zinnowitz. HEIKA bleibt in Ückeritz zurück. Klaus, der sich besser fühlt, segelt bei Eberhard mit. Die Navigation erfolgt, wie auch an den anderen Tagen, bei uns mit Hilfe der Maritim "Sonneninsel Usedom" Broschüre. Wir kommen auf alle Fälle an. Nach anfänglicher Fahrt unter kleiner Fock und gerefftem Gross, lässt der Wind nach. Wir reffen aus und setzen die Genua. Bei leichter Brise erreichen wir am Abend unser Tagesziel. Leinen fest. Klaus baut sein Zelt auf. Gemütliches Abendessen mit den eingetroffenen "Landschläfern" Klaus und Ernst mit Angelika auf der Terrasse beim Hafenmeister und Koch. Sonnenuntergang in gemütlicher Runde. Freitag,
4. August: "Gedanken unter einer Baumplane" Die Nacht ist
unruhig und laut. Es blitzt und donnert. Der Regen prasselt auf meine
Plane. Sie ist tapfer und hält dem Regen stand. Die Umstände
beunruhigen mich sehr und ich bekomme in der Nacht kein Auge zu. In
meinen Gedanken lasse ich die letzten Tage Revue passieren. Dabei gehen
mir nochmals folgende Ereignisse durch den Kopf.Auf der Tour nach Lassan peile ich einen falschen Kirchturm an. Dank Heike und Wilfried, die mich nach einer rasanten Fahrt einholen und mich neu auf Kurs bringen, können wir gemeinsam in Lassan einlaufen. Doch dieser Hafen sagt uns nicht zu und wir fahren weiter nach Rankwitz, das uns durch seine Gastronomie und Hafenanlage begeistert. Tage später schmerzt mich meine Schulter so sehr, das ich mein Boot im Hafen liegen lassen muss Eberhard nimmt mich auf seinem Boot mit. Die Segeltour ist ein ganz besonderes Erlebnis. Wir rauschen mit halbem Wind, viel Tuch und Begeisterung über das Achterwasser nach Zinnowitz-Hafen. Eine starke Bö, die in meine Plane drückt, holt mich wieder in die Realität zurück. Ich packe meinen Zampel und gehe zum Waschhaus. Auf dem Rückweg lockt ein wunderbarer Kaffeeduft, der aus der Filine herüber kommt. Brigitte und Hans-Peter laden mich zu einen leckeren Frühstück ein. Trotz starken Regen müssen die Boote aus dem Wasser. Durch die Unterstützung des Hafenmeisters und seinem Trecker, lassen sich die Schiffe leicht aus dem Hafenbecken slippen. An dieser Stelle einen besonderen Dank an das Ehepaar Wolf-Jaddatz. Nachdem alle Boote ihren Platz auf den Trailern gefunden haben, verabschieden wir uns herzlich und wünschen uns eine gute Heimreise. Viel zu schnell ist die Segeltour 2006 vergangen. Nur Brigitte und Hans-Peter stehen noch ein paar schöne Urlaubstage bevor. Hoffentlich werden wir uns alle im Jahr 2007 auf der Müritz bei bester Gesundheit wiedersehen! Nach-Törn-Woche vom Samstag, 5. August bis Donnerstag, 10. August ist eigentlich diesmal schnell erzählt. Samstags beim Auswassern der Andern regnet es zum Teil so stark, dass unser Schiffsinneres an einigen Stellen nass wird. Eine Polsterecke und mein Schlafsack sind nass und nicht mehr zu gebrauchen. So buchen wir auf dem Gutshof von Frau Jaddatz für zwei Tage ein Zimmer und geniessen einfach die Ruhe und die Trockenheit. Am Sonntag bei wieder angenehmerem Wetter fahren wir mit Schwinns mit der Bäderbahn die ganze Insel Usedom bis Ahlbeck an der polnischen Grenze ab, geniessen ein Bad in der brandenden Ostsee und laufen am Strand zurück bis Heringdorf. Am Montag geht´s dann mit dem Mietfahrrad bis Lüttenort, wo das Otto-Niemeyer-Museum uns für kurze Zeit in Bann schlägt. Anschliessend tauchen wir nochmals als "FKK-Touristen" ins Ostseewasser. Am Dienstag wollen wir in Ahlbeck noch unsere "Oma und Opa -Tassen" kaufen gehen. Leider vermiest uns ein Unfall auf der einzigen Inselstrasse den Nachmittag. Am Mittwoch segeln wir letztmals. Die Abschiedsfahrt mit FILINE geht noch einmal nach Krummin, wo der Hafen diesmal dank Westwind ruhig ist. Abends helfen wir Klaus, sein Boot auszuwassern und in seinen Unterstand zu bringen, damit er beruhigt nach Hause kann. Am Abend lassen wir es uns gemütlich auf der Terasse ihres Ferienhauses sein. Am anderen Tag heisst es auswassern, und in zwei Tagen geht¦s zurück in die Heimat mit dem erneuten Uebernachten in unserem Motel in Dessau-Ost. Filine hat das letzte Mal unter alter Mannschaft den Sommertörn der Diabolisten erlebt und kommt nun in andere Hände. verfasst von den Törnteilnehmer Hanspi, Klaus, Ernst, Eberhard, Familie Glade, Klaus
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