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Wenn Freunde sich treffen - Überlingersee 2002

Eigentlich war's richtig gemütlich dieses Jahr. Trotz viel Segeln und verschiedensten Wetterlagen kam auch das miteinander Schnaken, die Geselligkeit und die gute Laune nicht zu kurz. Dazu eine wunderschöne Bodensee-Landschaft mit Rebbergen, kleinen Dörfchen, netten Häfen. Herz, was willst du noch mehr!
Die ersten PKW's mit hänger tauchten schon am Mittwoch und Donnerstag in der Gegend auf. Ziel derjenigen war der Dingelsdorfer-hafen, ein Kleinod bestehend aus Schwimmstegen. an der Innenkante fanden auch die anderen Törnteilnehmer, die so nach und nach folgten, einen Platz.
Bis am Sonntag war Beschnuppern angesagt. die Pfäffle's, Fischer's, Büsser's, Glade's, Schwinn's, Büttner's und Jakob's warteten gespannt auf die beiden Neuen, die Zeisig's und die Grosskreutz's. erster Eindruck: gut. Zweiter Eindruck: in die Gemeinschaft aufgenommen.
Am Sonntag, 4.August ging's dann los. Die erste Strecke von Dingelsdorf bis Kreuzlingen am Schweizer Ufer stand bevor. Und die etwa sechs Kilometer bis zur Insel Mainau war die Regatta um die "Kanne der Diabolos" angesagt.
Bei unsteten und leichten Winden aus allen Richtungen waren unsere beiden Holsteinischen Zwillinge Bruno mit Conger "Vivis" und Klaus Büttner mit Kenternix "Heika" den Anderen eine Nasenlänge voraus. die Kanne für den besten Diabolo-Segler eroberte sich zum zweiten Mal nach 1992 Horst Fischer von Karlsruhe.
Kaum um das Eichhorn harum, beginnt es im Konstanzer Tricher zu blasen. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, laufen die Törn-Boote südwärts Kreuzlingen entgegen, wo wir wiederum einen Seitensteg belegen können. Ein feines Abendessen beim Kursschiffhafen beschliesst den Abend.
Am Montag herrscht das erste Mal Diabolo-Frühstücks-Stimmung. Jeder macht sich mit Hilfe von Schwemmkaffee über die Brötchen her. Alsbald, um etwa elf Uhr ist Aufbruch. Wieder läuft's flott zurück bis zum Eichhorn. Aber beim Einbiegen in den Ueberlingersee ist der Ofen aus. Alle bemühen sich, mit den letzten Windstrichen möglichst heil über die Fährenstrasse zu kommen, um den Hafen von Unter-Uhldingen noch vor der "Sperrzeit" um vier Uhr zu erreichen. Das gelingt. Und als wir schon alle im Hafen sind, gibt's wieder etwas Wind.. Was unser Hrald zu einer Zusatzrunde und der Bekanntschaft mit der Seepolizeit verhilft. Aber da gibt's doch so ein Mäppchen...
Den Abend verbringen wir beim Griechen und essen uns vor dem Kojenbezug satt bei angeregter Unteerhaltung.
Schon ist es wieder Dienstag. Und als wir am Morgen den Kopf aus den Booten strecken, nieselt es leicht. Nicht gerade einladend, um zu Segeln
Trotzdem lassen sich die beiden "harten Burschen" aus Schleswig-Holstein nicht verdriessen. Inmitten feuchter Stegplanken sitzen sie mit Pelerinen bewaffnet stoisch kauend auf ihren Gartenstühlen, die heisse Kaffeetasse in der Hand. Kommentar: "Wir lassen uns doch von so einem kleinen Sprühregen niocht verdriessen".
Nichs desto trotz: Die Meisten motoren unlustig Richtung Dingelsdorf und verziehen sich unter das trockene Zeltdach des Hafens. Einige nutzen den netten Wind, um noch etwas Dampf zu machen.
Da Harald und Gilla Zeisig am anderen Morgen abreisen müssen, wird die Rangverkündigung und Preisverteilung in feucht-fröhlicher Runde bei gutem Essen in einem Gasthaus in Liggeringen durchgezogen. Und im strömenden Regen geht's danach wieder zum Boot und in den trockenen Schlafsack.
Der Mittwoch beginnt immer noch sehr verhangen. Erst, als wir hintereinander aus dem Hafen Richtung Ludwigshafen am oberen Ende des Sees auslaufen, macht sich die Sonne etwas bemerkbar.
Bei recht ruppigem Wind geht's ganz flott von dannen. Die seenahen Dörfer ziehen an uns vorbei wie eine Modellandschaft, ein rotes Modellzüglein rattert am Ufer entlang und verschwindet hie und da in einem Tunnel.
Ganz oben am See steht unser Zielhafen. Um dorthin zu kommen, müssen wir unter einem schwarzen Himmelsdach durch, und dieses entlädt seine ganze nasse Pracht über uns. Als wir tropfnass am Steg anlegen, ist diese Bescherung auch schon wieder vorbei. Sogar die Sonne trocknet uns noch ab.
Abends gibt's einen Wettstreit: Wir teilen uns auf in die Gyros-und die Schnitzel/Fisch-Fraktion. Und beide behaupten, sie hätten das Beste vom Besten gegessen
Am Donnerstag-Morgen hängt noch eine graue Nebelsuppe über den See, als wir mit dem gemeinsamen Frühstück beginnen. Doch spätestens bei unserer Abfahrt stellt sich die Sonne ein. Leider nimmt gleichzeitig das letzte Restchen Wind noch ab. Also wieder einmal Motoren! Erst vor der Dingelsdorfer-Einfahrt zeigt sich der Wind wieder, da sind wir aber schon festgemacht und geniessen die schöne Aussicht vom Hafenplatz her.
Am Abend spendet Erna Pfäffle Fleischkäse mit vielen Salaten. Wir sitzen gemütlich bis spät in die Nacht hinein unter dem Baldachin bei Ernst Pfäffles Handorgelmusik und Geschwätz und Gelächter.
Freitag: Der letzte Törntag ist angebrochen. Um den strengen Sitzungs-Abend etwas zu kompensieren, ist der Tag zur freien Verfügung. Die Einen machen Landgang, die Anderen Wasserspiele per Boot und die Dritten faulenzen einfach auf dem herrlichen Hafengelände.
Am Abend treffen wir uns in der "Rose", dem Gasthaus unseres Mitgliedes Rüdiger Lansche. Nebst der Sitzung, die uns vor allem das nächstjährige Törnziel in Mecklenburg beschert, tischt uns Rüdiger "Dünnele" auf, eine Würtembergische Spezialität. Es hat uns sehr gemundet, und fast ist darob die Sitzung etwas untergegangen.
Doch dann heisst es Abschied nehmen. Schon am Freitag haben einige gepackt, und nach der Sitzung sind sie schon unterwegs. Der Rest folgt am Samstag, und schon liegt das Hafengelände leer und verträumt da. Der Sommertörn 2002 in Dingelsdorf ist Geschichte!

Hans-Peter Büsser

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