Home
Bootsinfo
Bauinfo
Klasse
Törns
Technikteufel
Download
Dr. Segger Boote
eMail
Im Reich der Außenförde

Samstag, ein Tag nach Ende des DIABOLO-Jahrestörns: Was machen wir heute? Das ist die große Frage. Antwort: nach Sonderborg wollen wir! Drum geht´s rassig vor dem mäßigen Westwind ab. Dann ziehen wir bei herrlichem Wetter mit halbem Wind nach Norden hoch. Das ist Segeln in Reinkultur!

Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit dem Hafen. Wir haben ihn vor vier Jahren von der Schlei her über die Ostsee angelaufen. Doch wir sind enttäuscht, er bietet nichts Besonderes. Unsere Erinnerung hat uns genarrt. Aber im Städtchen ist es wirklich noch so wie vor vier Jahren. Die türkische Freß-Beiz, die schmale, von Autos befahrene Gasse, der große schöne Dorfplatz mit den Läden und der Stadthafen voller schöner Segelyachten. Wunderbar.

Wir entdecken ein mongolisches Spezialitätenrestaurant, und lassen uns in demselben verwöhnen. Man schöpft sich den Teller mit den verschiedensten Sachen voll. Der Koch schüttet hinter einer Glasscheibe den Teller gekonnt auf das heiße Blech, dreht und wendet es, und nach ein paar Minuten bekommst Du Deinen Teller. Mmmhhh, schmeckt lecker!

Sonntag! Ich will Gelting Mole auf der deutschen Uferseite anlaufen. 18 km breit ist die Außenförde und bei Nordwestwind zu Überqueren. Unten bei Gelting hat es recht großen Wellen. Eigentlich ist es eher langweilig, der Kurs geht schnurgerade nach unten. Nur die steilen Wellen am Schluß ringen uns etwas Respekt ab.

Gelting Mole wirkt wie ausgestorben. Der lukrative Fährbetrieb ist wegen Ausfalls der Freihandelszone eingestellt worden, es herrscht gähnende Leere. Am Abend besuchen wir den nahen Auslegerhafen Wackerballig. Was von weitem imposant ausgesehen hat, wirkt von nahem ungepflegt. Das Interessanteste ist noch der zweihundert Meter lange Steg zum freiliegenden Hafen. Im heimeligen Gasthaus am Ufer trinken wir einen heißen Tee, um die Kühle zu vergessen.

Montag: Was macht der Wind? Müssen wir einen Reserve Hafentag einschalten? Nein, der Wind flaut ab und dreht nach Nord, ein Anlieger ist möglich. Wir ziehen Richtung Leuchtturm Kalkgrund. Der Wind dreht nach Nordost und flaut noch mehr ab. Wir kommen noch mit knapper Not an die Habernis Huk.

Bei Sonnenschein dümpeln wir an Ort und Stelle in der Wärme und "marinieren" uns tüchtig, lassen uns von der Sonne "anbraten". Bald kommt aus Nordosten ein Windstrich, wir ziehen an der dänischen Küste hoch nach Westen. Goldgelbe Weizenfelder Über runde Rücken und sattes Grün der Wiesen beruhigt das Auge, kleine Steilabstürze lockern das ganze Ufer auf.

Einfahrt in Langballigau. Wir entern dieselbe Hafenbox wie vor zwei Tagen. Nach einem kleinen Marsch Über Land lassen wir uns Seelachs im Gasthaus Fährhaus schmecken. Dienstag: Regelmäßiger Ostwind der Stärke zwei hat sich eingestellt, und ein strahlend schöner Tag kündet sich an. Ideale Verhältnisse also zum Segeln! Nach dem Morgenessen zieht es uns raus auf´s Wasser. Wir kreuzen einige Schläge gegen Osten , bevor wir zur Marina Minde ablaufen. Herrlich ist´s, hoch am Wind mit viel Speed zu laufen. Brigitte entdeckt eine Ankerbucht zum baden und futtern. Dann um die Ecke mit Halbwind hochgezogen, und die Marina Minde hat uns wieder.

Mittwoch: Eigentlich wollen wir bei dem herrlichen Wind nochmals ein paar Kreuzschläge Richtung Langballigau machen und dann den zweiten Abend in der Marina Minde zu verbringen. Beim unter Land fahren sehen wir aber in der Biegung die Masten der Boote von Bockholmwik. Wir wollen dort unser Mittagspicknick abhalten.

Wir sind total Überrascht, als wir einen kleinen, schmucken Hafen antreffen, der auf alle Seiten vor Wellenschlag schützt. Wir beschließen spontan, nach einem kurzen Schlag hier als standesgemäßen Abschluß die letzte auswärtige Übernachtung vorzunehmen. Wir gehen nach dem letzten Eintopf ins Camping Gasthaus etwas trinken. Anschließend genießen wir den letzten wundervollen Sonnenuntergang.

Freitag: Wir haben verlängert! Eigentlich wollte ich schon am Freitag in Glücksburg auswassern. Doch bei dem Wetter und dem Wind...! Erst den Schlüssel in Bockholmwik abgeben, gibt vierzig Mark. Dann in Minde den zweiten Schlüssel abgeben, gibt weitere zwanzig Mark. Wir sind wieder reich! Zum Abschied noch den Besuch des Hafens von Schausende. Wir halten weiter Richtung Ochseninseln und umsegeln diese noch. Anschließend geht es in einem atemberaubenden, letzten Schlag hoch nach Glücksburg.

Noch ein letztes Mal Hafenkaffee mit Kuchen, dann ist Auswassern und packen angesagt. Anschließend lassen wir uns zum letztenmal vom Glücksburger Clubkoch eine Scholle in vollendeter Manier vorsetzen. So was von lecker!

Einmal mehr sind traumhafte Segelferien zu Ende gegangen!

Brigitte und Hans-Peter Büsser
Zurück zur Startseite | Zurück zu Törns